So mischst du in 3 Schritten exakt die richtige Menge Gießpulver für deine Form an
Wer regelmäßig mit Silikonformen arbeitet, kennt das Problem nur zu gut. Man rührt Gießpulver nach Augenmaß an, denkt „das müsste reichen“ – und am Ende passiert genau eines von zwei Dingen. Entweder die Masse reicht nicht aus und die Form wird nicht vollständig gefüllt. Oder es bleibt eine ganze Menge angerührtes Material übrig, das man nicht mehr sinnvoll verwenden kann.
Beides ist ärgerlich. Zu wenig Masse bedeutet Stress, schnelles Nachrühren und oft sichtbare Ansätze im fertigen Gießling. Zu viel Masse bedeutet Materialverschwendung, vor allem bei hochwertigem Gießpulver. Gerade wenn man sauber, effizient und reproduzierbar arbeiten möchte, ist das Anrühren nach Gefühl langfristig keine gute Lösung.
Doch zum Glück gibt es einen ganz einfachen Hack, mit dem du für jede einzelne Silikonform immer exakt die richtige Menge Gießpulver anrührst – ganz ohne Rätselraten.
Das Grundproblem beim Anrühren nach Augenmaß
Silikonformen unterscheiden sich stark in Volumen, Tiefe und Wandstärke. Eine flache Form benötigt deutlich weniger Masse als eine hohe, selbst wenn sie auf den ersten Blick ähnlich groß wirkt. Dazu kommt, dass eingefärbtes Gießpulver, unterschiedliche Mischverhältnisse und sogar die Art des Gießens Einfluss auf den tatsächlichen Verbrauch haben.
Das Ergebnis: Man rührt oft entweder zu viel oder zu wenig an. Besonders bei Serienproduktionen oder beim Arbeiten mit mehreren Formen hintereinander summiert sich dieser Fehler schnell. Genau hier setzt die folgende Methode an.
Die einfache Lösung: Volumen messen statt schätze
Alles, was du für diesen Hack brauchst, hast du in der Regel bereits zu Hause oder in deiner Werkstatt.
Das benötigte Material
- eine digitale Waage
- Wasser
- einen flachen Deckel, zum Beispiel von einer Tupperdose (oder was du sonst als Unterlage nutzen könntest)
- deine Silikonform
- dein Gießpulver, zum Beispiel Keracreate
Der Deckel dient lediglich dazu, die Form sicher auf der Waage abzustellen. Denn wenn wir die Form komplett mit Wasser gefüllt haben, ist es schwer die Form ohne Unterlage ohne Wasserunfall von der Waage zu bekommen.Alternativ funktioniert auch ein flacher Teller oder ein anderes stabiles, ebenes Teil.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur perfekten Menge
1. Form vorbereiten und wiegen
Lege deine Silikonform auf den Deckel und stelle beides zusammen auf die Waage. Achte darauf, dass alles stabil steht.
2. Waage tarieren
Stelle die Waage nun auf null. Das Gewicht von Form und Deckel wird damit ignoriert.
3. Form mit Wasser füllen
Fülle die Silikonform nun langsam bis zum Rand mit Wasser. Genau so, wie du sie später auch mit Gießmasse füllen würdest.
Das Gewicht, das dir die Waage jetzt anzeigt, entspricht dem Volumen der Form in Gramm. In unserem Beispiel sind es 75 g.
Wasseranteil berechnen
Nun kommt der erste Rechenschritt.
Da Gießpulver nicht 1:1 wie Wasser verarbeitet wird, teilen wir diesen Wert zunächst durch zwei.
Rechnung:
75 g ÷ 2 = 37,5 g
Diese 37,5 g sind dein benötigter Wasseranteil für genau diese Form.
Pulveranteil korrekt berechnen
Jetzt kommt das Mischverhältnis deines Gießpulvers ins Spiel. Bei Keracreate beträgt das empfohlene Mischverhältnis 3 : 1, also drei Teile Pulver auf einen Teil Wasser.
Das bedeutet, dass du den Wasseranteil mit drei multiplizierst.
Rechnung:
37,5 g × 3 = 112,5 g Pulver
Fertige Mischung für diese Form
Für unsere Beispiel-Form benötigst du also:
- 37,5 g Wasser
- 112,5 g Keracreate Gießpulver
Wiege beides exakt ab, gib zuerst das Wasser in deinen Mischbecher und rühre anschließend das Pulver gleichmäßig ein. Schon hast du die perfekte Menge Gießmasse, exakt abgestimmt auf deine Form.
Warum diese Methode so zuverlässig ist
Diese Technik basiert nicht auf Schätzungen, sondern auf dem tatsächlichen Volumen deiner Silikonform. Sie funktioniert unabhängig davon, ob die Form rund, eckig, hoch oder flach ist. Du kannst sie für jede einzelne Form anwenden und dir die Werte sogar notieren, wenn du regelmäßig dieselben Formen nutzt.
Gerade bei hochwertigem Gießpulver wie Keracreate ist diese Methode ideal, da du Material sparst, saubere Ergebnisse erzielst und reproduzierbar arbeiten kannst. Zusätzlich reduzierst du Luftblasen und Stress beim Gießen, weil die Masse exakt passt.
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